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25. September 2009 5 25 /09 /September /2009 17:34
Published by Ernst Koch - in Heinrich Zille
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22. August 2009 6 22 /08 /August /2009 08:42

Zille sein Milljöh

 

"Es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muss", sagte Heinrich Zille über seine unverwechselbaren sozialkritischen Arbeiten. Zu oft fühlte sich der Künstler missverstanden. Und doch sind es gerade seine urigen Zeichnungen mit den ironischen Sprüchen darunter, die nicht nur Berliner seit rund 100 Jahren schmunzeln lassen.

Geboren wurde Heinrich Rudolf Zille 1858 im sächsischen Radeburg. Als er neun Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Berlin - das er fortan nicht mehr missen wollte. Und das, obwohl die ersten Jahre hier alles andere als leicht waren. Sein Vater war lange arbeitslos, die Familie wohnte in einer feuchten Kellerwohnung. Ein Ofen, ein Stuhl, eine Tasse ohne Henkel, keine Betten. Über diese Zeit sagte Zille später: "Mit einer Wohnung kann man Menschen genauso töten wie mit einer Axt!".

Die Zeit prägte ihn, und er vergaß sie nie. Doch seine Vorliebe für die Malerei führte ihn zunächst in eine andere Richtung. Nach einer dreijährigen Ausbildung wurde er 1877 in der "Photographischen Gesellschaft" angestellt. Hier wurden Gemälde dutzendweise kopiert, und Heinrich Zille war einer der Lithografen. Gleichzeitig übte er sich nach Feierabend im Akt- und Landschaftszeichnen.

Durch harte Arbeit zum eigenen Stil
Aber es zog ihn auf die Straße. Anfang der 1890er begann er, das Gesehene zu skizzieren. Die Szenen in den Hinterhöfen und das Elend der Unterschicht - das war es, was ihn interessierte. Nicht als Voyeur, sondern als Zeitzeuge und um es für die Nachwelt festzuhalten. Ein Naturtalent war er, wie er fand, jedoch nicht. Zehn Jahre harter Übung brauchte er noch für seinen typischen Zille-Strich.

Er trat der Berliner Secession bei, einer Künstlergruppe, die sich mit ihren Werken vom dominierenden akademischen Kunstbetrieb abgrenzte. Im Rahmen dieser Verbindung stellte er 1901 erstmals zehn eigene Zeichnungen aus. Seine schonungslose Darstellung der sozialen Missstände kam allerdings weniger gut an. Zuvor hatte Kaiser Wilhelm II seine Zeichnungen ohnehin schon abwertend als "Rinnsteinkunst" bezeichnet.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Zille

Doch viele erkannten auch von Anfang an die wahre Kunst Zilles. Einer seiner besten Freunde wurde der Impressionist Max Liebermann. Er war es auch, der ihn 1924 in die Akademie der Künste holte. Das völkische Blatt "Fridericus" schrieb seinerzeit dazu: "Der Berliner Abort- und Schwangerschaftszeichner Heinrich Zille ist zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt und als solcher vom Minister bestätigt worden. Verhülle, oh Muse, dein Haupt!".

Auch Otto Nagel und Käthe Kollwitz gehörten zu seinem engsten Bekanntenkreis. Bei ihnen fand er Anerkennung und Verständnis. "Er ist restlos Künstler: Ein paar Linien, ein paar Striche, und es sind Meisterwerke!", sagte Käthe Kollwitz einmal über Zille.

Den Ernst als Witz verkaufen
Nachdem ihm die Photographische Gesellschaft 1907 ihm Rahmen einer Entlassungswelle kündigte, folgte er dem Rat seiner Freunde und wurde freischaffender Künstler. Er hatte feste Kolumnen und Bilderserien in Zeitschriften und Zeitungen, steuerte immer öfter seine typischen "Milljöh"-Studien zu Büchern und Heftchen bei.

Doch es schmerzte ihn, dass seine Darstellungen von vielen ausschließlich als "Witze" wahrgenommen wurden. "Ich bin kein Maler", sagte er einmal, "nur Zeichner - Witzblattzeichner. Und es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muss."


Garderobe in einem Vorstadtvarieté, 1904. Pastell, Kreide über Aquarell 45,0 x 31,7 cm

(© Kunstsammlung, Archiv der Akademie der Künste, Berlin)
Quelle: http://www.art-magazin.de/kunst/3271/heinrich_zille_kinder_der_strasse?cp=8

Zille zeichnete überall. Wo er auch war, hatte er immer einen Stift oder Zeichenkohle dabei. Und fand sich nichts Besseres, skizzierte er auch auf Postkarten, Steuerbescheiden, Fahrkarten oder Packpapier. Oft saß er im "Nussbaum", einer Eckkneipe im Herzen Berlins, oder anderen Lokalen und porträtierte im Verborgenen die Gäste.



Berlinerinnen, o.J., Schwarze und farbige Kreiden, Aquarell, 35 x 27,9 cm

(Fotograf: Herbert Boswank, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Quelle: http://www.art-magazin.de/kunst/3271/heinrich_zille_kinder_der_strasse?cp=9





Zille - Hurengespräche Pauline Vergewaltigung

Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Zille_Hurengespr%C3%A4che_Pauline_Vergewaltigung.JPG&filetimestamp=20070919165159


Schonungslose Darstellungen

Neben seinen Hinterhof-Darstellungen zeichnete er auch derbere Kost, wie zum Beispiel das Leben und den Alltag von Huren. Sein Zyklus "Hurengespräche" erschien 1913 unter dem Pseudonym W. Pfeifer. Schonungslos erzählte er in Bild und Wort fast pornografische Geschichten. Die preußisch-kaiserliche Zensur verbot das Werk in kurzer Zeit. 1925 wurde Zille für eines seiner Bilder sogar zu einer Geldstrafe von 150 Reichsmark verurteilt. Der Vorwurf: Pornografie.


Standpose mit Tuch, frontal, Winter 1899/1900 (Foto: Heinrich Zille)
Quelle: http://www.art-magazin.de/kunst/3271.html

Was bis in die 1960er Jahre hinein weniger bekannt war: Heinrich Zille war auch Fotograf. Seine Fotografien ähneln den Zeichnungen, dienten oft auch als Vorlage für spätere Skizzen. Mit seinem Apparat hatte er, wie mit seinem Zeichenstift, immer einen Blick auf das einfache, das arme Volk. Für seine Zeit fotografierte er in völlig neuer Weise: ungeschönt und ungestellt. Was heute als "Schnappschuss" gilt, war bis dahin unüblich gewesen.

1927 veranstaltete das Märkische Museum zu Zilles 70. Geburtstag eine Ausstellung. Der Direktor war vom starken Zuspruch überrascht. Der halbe Arbeiterbezirk Wedding kam in Scharen, um Zilles Bilder zu sehen.

Marketingopfer Zille
Zu dieser Zeit gab es schon einen regelrechten Rummel um den "Pinselheinrich". Plötzlich gab es Zille-Postkarten, Zille-Zigaretten, Zille-Kneipen. Ständig wurde der Zeichner belagert - von Reportern und Autogrammjäger. Ihm selbst war das eher unangenehm, sogar lästig. "Bitte kein Besuch, bin krank" schrieb er an seine Tür. Eigentlich wollte er "Bitte kein Besuch, bin tot" schreiben - aber der Briefträger riet ihm wegen möglicher Einbrecher dann doch ab.

Nächtelang schrieb Zille Autogramme - sogar auf Pappteller und aufgeweichte Bieruntersetzer. Gutbetuchte Westberliner veranstalten sogar so genannte Zille-Hofbälle und verkleideten sich als "armes Volk". Diese Farce war Zille zu viel. Anfangs begrüßte er es, dass man sich mit der Unterschicht auseinandersetzte. Aber die Veranstaltungen verkamen immer mehr zu einer Art Karneval - auf Kosten von Zilles Protagonisten.

Der Trubel um seine Person und die zunehmende Vermarktung seiner Bilder wurde ihm langsam zu viel. Seine Frau war 1919 gestorben, und er fühlte sich allein und überfordert. "Ick werde immer weniger", schrieb er, "müde, müde". 1929 erlitt er zwei Schlaganfälle, litt an Altersdiabetes. Am 9. August 1929 um 6:00 Uhr verstarb er in seiner Wohnung. Auf dem Stahnsdorfer Waldfriedhof bekam er am 13. August ein Ehrenbegräbnis. Mehr als 2000 Leute kamen - viele Malerfreunde und Politiker, aber auch einfache Leute aus dem Volk.

Jetzt, im Jahr 2008, feiert Berlin den 150. Geburtstag von "Vater Zille". Das Zille-Museum im Nikolaiviertel veranstaltet ein Festprogramm und ganz in der Nähe wird am 10. Januar ein neues Zille-Denkmal eingeweiht. Der Künstler selbst wäre wahrscheinlich beschämt über so viel Aufmerksamkeit. Doch letztendlich hat er die Ehrung verdient, denn schließlich war er mehr als nur ein "Pinselheinrich": ein angesehener Maler, Fotograf und Autor.

 

Beate Kaminski

Quelle: http://www.rbb-online.de/themen/dossiers/zille/heinrich_zille/zille_sein_milljoeh.html

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