Freitag, 20. november 2009
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Frankfurt, bis 7. Feburar 2010
ZWEI AKTE, 1925
Silbergelatine-Abzug
27,4 x 36,7 cm
Courtesy Collection of George Eastman House
Ob Malerei oder Film, Fotografie oder Skulptur, Bühnenbild, Zeichnung oder Fotogramm: Unter den Bauhaus-Künstlern war László Moholy-Nagy der Vielfältigste. Die
Schirn Kunsthalle zeigt eine Retrospektive dieses frühen Multimedia-Künstlers.
SELBSTPORTRÄT, 1945
Courtesy Hattula Moholy-Nagy
László Moholy-Nagy (1895–1946) liebt das Experimentieren, sogar Stummfilme dreht der ungarische Künstler. Dabei beginnt er 1913 zunächst ein Jurastudium in Budapest, wird aber 1915 zum Militär
eingezogen. Während der Krieges fertigt er erste Zeichnungen auf Feldpostkarten an. Später zieht er nach Berlin und wird Künstler. Er hat engen Kontakt zu Kurt Schwitters, Raul Hausmann, Theo van
Doesburg und El Lissitzky und setzt sich intensiv mit Merzkunst, De Stijl und Konstruktivismus auseinander.
OHNE TITEL, 1937-1946
Abzug auf Fujicolor-Crystal-Archive-Papier
27,9 x 35,6 cm
Courtesy Andrea Rosen Gallery, New York
© Hattula Moholy-Nagy for the Estate of László Moholy-Nagy
Erste Erfolge hat Moholy-Nagy ab 1922 unter anderem mit einer Einzelausstellung in der Berliner Galerie "Der Sturm". Im Frühjahr 1923 beruft ihn Walter Gropius als Bauhaus-Meister nach Weimar, wo
er unter anderem die Metallwerkstatt leitet und schließlich die überwiegende Zahl der Bauhausbücher gestaltet.
"New Bauhaus" und "School of Design"
Gleichzeitig experimentiert er mit Techniken wie Montage, Collage, Mehrfachbelichtungen und Fotogrammen, oder er macht mit so genannten Telefonbildern aus
Emaille Furore – abstrakte Kompositionen, die er mittels Millimeterpapier und Farbtafeln 1922 telefonisch bei einer Schilderfabrik in Auftrag gibt. Inzwischen gilt Moholy-Nagy als einer der
wichtigsten Experimentalfotografen des 20. Jahrhunderts. 1928 verlässt er mit Walter Gropius das Bauhaus und arbeitet als Bühnenbildner, Ausstellungsgestalter, Typograf und Filmemacher bis
1937 in Berlin, ein Jahr nach Hitlers Machtergreifung emigriert er in die USA. In Chicago gründet er zunächst das "New Bauhaus" und eröffnet 1938 die "School of Design".
Die Schirn Kunsthalle zeigt mit etwa 170 Arbeiten aus allen Werkphasen die ganze Bandbreite des Werk es dieses frühen Multimedia-Künstlers. Höhepunkt der Ausstellung soll die Realisierung
des von Moholy-Nagy 1930 konzipierten, bislang jedoch nie gezeigten "Raums der Gegenwart" darstellen, eine Art Gesamtkunstwerk aus bildender Kunst, Design, Film und Architektur.
von Ernst Koch
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veröffentlicht in: Ausstellung
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